Institut für Visualisierung und Interaktive Systeme
Distanzvisualisierung
Distanzvisualisierung
In verschiedenen Bereichen des Preprocessings, wie zum Beispiel
bei der Visualisierung
potentieller Flansche oder der
Selektiven Beseitigung
Initialer Penetrationen spielt die Berechnung und die
anschließende Visualisierung der minimalen
Knoten-Element-Abstände zwischen benachbarten Bauteilen eine
große Rolle. Um eine interaktive Berechnung der minimalen
Knoten-Element-Abstände mit vertretbaren Antwortzeiten zu
ermöglichen, wird jedes Bauteilnetz in der internen Datenstruktur
unter Verwendung eines Bounding Volume Tree unterteilt.
Effiziente Distanzberechnung
Bei der Berechnung des minimalen Knoten-Element-Abstandes für
einen bestimmten Knoten eines Bauteilnetzes A zu den Elementen eines
anderen Bauteilnetzes B wird jeweils zunächst der Abstand
zwischen dem Knoten und dem Hüllvolumen H0 berechnet. Nur wenn
dieser geringer als der derzeit an dem Knoten gespeicherte
Minimalabstand ist, wird der nächste Layer im Bounding Volume
Tree betrachtet. Hier findet sich entweder eine Unterteilung des
Hüllvolumens H0 in zwei kleinere Hüllvolumina H1 und H2, die
jeweils disjunkte Elementteilmengen von H0 enthalten, oder aber einige
Elemente, für die der minimale Abstand dann sukzessiv ermittelt
wird.
Im crashViewer wurden verschiedene Hüllvolumen-Typen
implementiert und getestet. Dabei haben sich Hauptachsen-parallele
Boxen gegenüber Kugeln oder objektorientierten Boxen als
effizienter erwiesen.
Das nachfolgende Bild zeigt die Hauptachsen-parallelen
Bounding-Boxen eines Bauteilnetzes in den ersten acht Stufen der
Unterteilung.
Durch diese Vorgehensweise kann für jeden Knoten sofort ein
Großteil aller Elemente ausgeschlossen und damit die Berechnung
enorm beschleunigt werden, da die Abstandsberechnung von einem
Knoten zu einem Hüllvolumen schneller durchgeführt werden
kann als die zu einem Finiten Element. Zudem kann durch ein weiter
entferntes Hüllvolumen gleich eine Vielzahl von Elementen
für die Abstandsberechnung ausgeschlossen werden.
Durch die Initialisierung des aktuellen Minimalabstandes an jedem
Knoten mit einem zuvor festgelegten Wert, der den interessanten
Bereich von vornherein beschränkt, kann der Berechnungsvorgang
nochmals beschleunigt werden.
Das erste Bild zeigt einen Teil des Fahrzeughinterbaus, bei dem jedes
Bauteilnetz individuell eingefärbt ist. Im zweiten Bild wird der
minimale Knoten-Element-Abstand visualisiert, wobei die Farbe Rot
geringe Abstände repräsentiert.